Bürgerbus für den InKomZ

Der Interkommunale Zweckverband soll einen Bürgerbus auf dem Gebiet der Stadt Sontra und der Gemeinden Herleshausen und Nentershausen aufnehmen. Folgende Schritte und Maßnahmen sind durchzuführen:

Aufgaben:

  • Regelmäßige Fahrten in die Stadt Sontra sowie die Kernorte Nentershausen und Herleshausen zwecks Behördengängen, Arztbesuchen und Einkäufen
  • Regelmäßige Fahrten in die Kreisstädte Bad Hersfeld und Eschwege zur Erledigung von Behördengängen und Facharzt-, Krankenhausbesuchen
  • Anfahrt weiter entfernter Ziele medizinischer Versorgung wie Eisenach und Rotenburg
  • Fahrten zu ortsinternen und ortsübergreifenden Informationsveranstaltungen
  • Als Zusatzangebot können Fahrten zum Besuch kultureller Veranstaltungen angeboten werden.

Dabei soll ein besonderer Fokus auf die kleineren Ortsteile ohne ausreichende ÖPNV- Verbindung gelegt werden. Preis, Angebot und Zuverlässigkeit sind die Faktoren, die letztlich über den Erfolg von Bürgerbusprojekten entscheiden. Deshalb sind verbindliche Strukturen und die Einbeziehung von Projekt- und Gesprächspartnern von Anfang an dringend angeraten.

Prozedere
Bezüglich des Angebotes haben sich in der Praxis unterschiedliche Herangehensweisen bewährt:
Ein Modell umfasst fest vertaktete Routen, die zu bestimmten festen Zeiten bedient werden; dieses Modell wird z. B. im hessischen Oberaula praktiziert, bei dem die verschiedenen Ortsteile mit der Kreisstadt Bad Hersfeld täglich verbunden sind. Im nordrhein-westfälischen Nümbrecht werden unterschiedliche Ziele an verschiedenen Tagen angefahren. Dieses Modell wäre für die drei Gemeinden übertragbar, in dem jede Gemeinde feste Wochentage hat, an denen der Bus genutzt wird. Voraussetzung für den Erfolg dieses Modells ist die Abstimmung mit den Öffnungszeiten und Sprechstunden der Behörden und ortsansässigen Ärzte.
Eine weitere Möglichkeit bei vornehmlich schwach frequentierten Strecken ist die vorherige telefonische Anmeldung. Diese Variante würde sich an festgelegten Tagen z.B. für weiter entfernte Ziele (z. B. Rotenburg oder Eisenach) empfehlen. Je nach Anmeldung wird das Ziel festgelegt und auf der Webseite des InKomZ bekannt gegeben, um weiteren Interessenten im Zweckverbandsgebiet die Möglichkeit zu geben, ihre Termine entsprechend anzupassen.

Betreiber des Bürgerbusses
Fast alle Bürgerbusprojekte sind auf ehrenamtliches Engagement (Fahrer, Vereinsverwaltung) und Hilfe der Kommunen und Kreise (Logistik, finanzielle Unterstützung) angewiesen. Als erster Schritt muss eine Vereinsgründung betrieben werden, die das ehrenamtliche Engagement einbettet. In ihm organisieren sich die ehrenamtlichen Mitglieder, der Verein bildet den rechtlichen Rahmen.
Der Vorteil der Verwendung von Kleinbussen ist neben der Wendigkeit auch bei schmalen Straßenabschnitten die Möglichkeit, dass Fahrer mit dem Führerschein Kl. 3 den Kleinbus fahren dürfen. Da die Fahrten ehrenamtlich betrieben werden, muss eine ausreichende Zahl an ehrenamtlichen Fahrern zur Verfügung stehen. Auch sollten die Fahrer nicht über Gebühr belastet werden. Viele Vereine setzen sie maximal zwei- bis dreimal im Monat für einige Stunden ein.

Unterstützung durch das Land, die Kreise und Kommunen, Verkehrsunternehmen

In Hessen wird z.B. der Bürgerbus in Kirchheim seit 1986 erfolgreich betrieben. Dort fahren inzwischen vier Kleinbusse auf täglichen Routen. Das zweite hessische Projekt befindet sich in Oberaula. Das Gros an Bürgerbusprojekten ist in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Grund dafür sind Fördermodalitäten, da in beiden Bundesländern u. a. die Anschaffung von Bussen mit bis zu 60.000 Euro bzw. bis zu 70% vom Anschaffungspreis gefördert werden.
In Hessen existiert keine vergleichbare Förderpraxis. Das Land Hessen hat aber seit 2003 einen Flächen deckenden Versicherungsschutz für ehrenamtlich Tätige abgeschlossen, der Haftpflicht- und Unfallschäden abdeckt.

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