Entwicklung des Bereichs Ortsmitte – Schule in Herleshausen

Der Haupt- und Realschulzweig mit Förderstufe der Südringgauschule Herleshausen wird auslaufend zum Schuljahr 2009/10 aufgehoben. Ausgehend von dem absehbaren Funktionsverlust des Schulgebäudes besteht für den Bereich der Ortsmitte in Herleshausen ein hoher Handlungsbedarf. Insbesondere eine sinnvolle und rechtzeitige Nachnutzung des Schulgebäudes kann wichtige Impulse für die Entwicklung dieses Teilraumes und – je nach zu realisierender Nutzung – für den gesamten Ort und das InKomZ–Gebiet geben.
Das Potenzial dieses Stadtumbaugebietes und die daraus abzuleitenden Entwicklungschancen sind erheblich, denn der Standort bietet sich aufgrund seiner Lage für verschiedene Nachnutzungen an, durch die vielfältige Synergien erzeugt werden könnten. Ausgangspunkt ist dabei das Schulgebäude, für dessen Nachnutzung drei Szenarien erarbeitet wurden. Bei allen Szenarien wird von einem Erhalt eines Teils der Schulnutzung (Grundschule) im nördlichen Gebäudeteil in direkter Nachbarschaft zum Kindergarten ausgegangen, die Szenarien sind teilweise miteinander kombinierbar.

Szenario 1: Umnutzung der Schule für Dienstleistungen, Gesundheit und Bildung
Hauptzielsetzung dieses Szenarios ist der Umbau des Gebäudes für einen möglichst flexiblen Mix aus mehreren kleinteiligen Nutzungen, wie zum Beispiel Schulungsräume für berufliche Fort- und Weiterbildung, Erwachsenenbildung, Volkshochschule, Seminare und kleinere Tagungen – somit eine Beibehaltung des „Lernortes“. Aufgrund der Größe des Schulbaus ist eine Kombination dieser Nutzungen mit privaten Dienstleistungen denkbar, zum Beispiel aus dem Gesundheitsbereich (Arztpraxis, Ergotherapie, Massage, Ortho- und Logopädie, Ernährungsberatung, Fitness usw.). Das Angebot sollte möglichst generationenübergreifend sein, und eine Schwerpunktlegung auf die Zielgruppe „50+“ erscheint sinnvoll.

 

Szenario 2: Grundschulerweiterung und Umnutzung der Schule zum Landschulheim und/oder Sportleistungszentrum
Das Szenario geht von einer Umnutzung des Schulgebäudes zum Landschulheim oder Sportleistungszentrum aus. Der Standort zeichnet sich für eine solche Nutzung aus vielfältigen Gründen aus: Zum einen sind durch die zentrale Lage im Ort vorhandene Einrichtungen und Angebote fußläufig gut erreichbar. Zum anderen gibt es eine Vielzahl an Angeboten für Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport- und Spielflächen im direkten Umfeld (Kleinspielfeld, Sportplatz, Mehrzweckhalle), die Werra für Kanusport, Themenschwerpunkt „jüngere deutsche Geschichte“ (innerdeutsche Grenze, Kriegsgefangene, Heimkehrer, künftiges Museum für Zeitgeschichte), vorhandene Kulturgüter, Wandermöglichkeiten, reichhaltiges Ausflugsangebot in der Region, größere Städte in der Nachbarschaft (Eschwege, Eisenach, Göttingen, Kassel, Erfurt).



Szenario 3: Abriss der Schule und Neubebauung für Mehrgenerationenwohnen
Dieses Szenario stellt die gravierendste Veränderung des Bereiches dar und geht von einem Abriss des Haupttraktes der jetzigen Schule und Neubau an gleicher Stelle für eine Wohnnutzung (Geschosswohnungsbau mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen) aus. Auch ein Neubau kleinerer, eher als Stadtvillen ausgelegter Wohngebäude auf dem nordwestlichen Teil des jetzigen Schulgrundstückes ist denkbar und könnte dieses Angebot abrunden.


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