Stadtumbauprozess

Hauptaufgabe des Integrierten Handlungskonzeptes war die Benennung von Zielsetzungen, Strategien und Leitbildern als Gesamtentwicklungsaussage und die Erarbeitung “integrierter teilräumlicher Konzepte“ mit konkreten Maßnahmenvorschlägen für förmlich festzulegende Stadtumbaugebiete. Zielsetzung dabei ist:

  • die Anpassung der Siedlungsstruktur an die Erfordernisse der Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft,
  • eine Verbesserung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie der Umwelt,
  • die Stärkung vorhandener erhaltenswerter Versorgungseinrichtungen,
  • Umnutzung oder Rückbau von nicht mehr bedarfsgerechten baulichen Anlagen,
  • eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung oder verträgliche Zwischennutzung von freigelegten Flächen
  • der Erhalt von innerörtlichen Altbaubeständen.

 

 Ablauf des Stadtumbauprozesses              Struktur des Stadtumbauprozesses

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Der Stadtumbauprozess ist ein auf Kommunikation und Mitwirkung ausgelegtes Verfahren, das neben der fachlichen Erarbeitung von Planungsaussagen und -konzepten eine breit angelegte und transparente Öffentlichkeitsarbeit erfordert.

Zunächst gab die Impulsphase den Anstoß für den Planungsprozess: Mit der aus Vertretern der Kommunalverwaltung und des InKomZ sowie den drei Bürgermeistern besetzten Lenkungsgruppe wurden Organisationsstruktur und Verantwortlichkeiten festgelegt. Zur Bildung von themenbezogenen Arbeitsgruppen benannten die drei Kommunen insgesamt rund 140 Vertreter und Schlüsselpersonen aus den sechs Handlungsfeldern “Wirtschaft, Technologie und Beschäftigung”, “Wohnen, Soziales und Lebensqualität”, “Bildung und Kultur”, “Tourismus und Freizeit”, “Landwirtschaft und Landschaft” sowie “Verkehr und Mobilität”.

Die daran anschließende Dialogphase diente der Herausarbeitung von Zielsetzungen, Stärken-Schwächen-Profilen, Visionen und Ideen sowie ersten Projektansätzen für die sechs Handlungsfelder. Durch Abgleichung der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen, der Leitbild- und der Projektwerkstatt mit den parallel erstellten Bestandsuntersuchungen und Planauswertungen wurden:
__ die erarbeiteten Zielsetzungen konkretisiert,
__ Impuls- und Schlüsselprojekte entwickelt,
__ Prioritäten und Projekthierarchien herausgearbeitet und schließlich
__ Gebiete mit städtebaulichen Funktionsverlusten wie vorhandene oder drohende Leerstände, starke Überalterung, erheblicher Modernisierungs- oder Neuordnungsbedarf abgegrenzt.

Die Umsetzung von in den potenziellen Stadtumbaugebieten verorteten Impulsprojekten soll eine positive teilräumliche Entwicklung anstoßen. Die in diesen Gebieten geplanten Schlüsselprojekte besitzen eine für den gesamten Zweckverband und die Region wirksame Strahlkraft. Darüber hinaus dienen als “Netzwerk-“ und “imagebildende Projekte” eingestufte Maßnahmen einer Stärkung und Ausweitung der gemeindegebietsübergreifenden öffentlichen und privaten Kooperation in allen sechs Handlungsfeldern.

Eine Vielzahl der entwickelten Projekt- und Handlungsansätze liegen im organisatorischen und weniger im investiven Bereich und sind eher von der Initiative der jeweiligen Akteure abhängig als von monetärer Unterstützung oder Förderung. Sie lassen sich größtenteils nicht verorten, sind aber trotzdem von besonderer Bedeutung für den Stadtumbauprozess, da sie zum einen zur Stärkung oder Schaffung regionaler Identität und meist zur Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit beitragen können. Insbesondere die Schaffung von Plattformen zur Kommunikation, das Vernetzen von Akteuren, gemeinsame Vermarktungsaktionen und das Anstoßen von regional oder überregional wirksamen Events sind in diesen Bereich einzuordnen.

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